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Sehr geehrter Leser,

alles hat seine Vorbilder. Schon in der Bibel ist zu lesen, daß sich die Menschen dazu verstiegen, in den Himmel zu wachsen. Sie bauten einen Turm von gewaltigen Ausmaßen, weil sie es den Göttern gleichtun wollten. Da Gott Angst hatte, die Menschen könnten sich in ihrer Vermessenheit von nichts mehr abschrecken lassen, ließ er die sogenannte babylonische Sprachverwirrung über sie hereinbrechen. Wir erkennen darin sofort gewisse Parallelen zu unserer global-kapitalistisch orientierten sozialen Marktwirtschaft, die nicht die geringste Scheu zeigt, ohne Rücksicht auf Verluste immer weiter zu wachsen und die Gier nach mehr ins Unendliche zu steigern. Und so, wie es dereinst Babylon erging, ergeht es uns auch heute, die babylonische Sprachverwirrung ist allgegenwärtig auf unseren Straßen. Speziell in Deutschland hört man kaum noch ein deutsches Wort. Alle wollen nur nach Babylon, und sie alle kommen hierher, um am Turm von Babel weiterzubauen. Auch die Deutschen selbst sind kaum einsichtiger, wohl wissend, daß es nicht gelingen kann. Denn das Schicksal Babylons ist bekannt. Schon im Johannesevangelium wird Babylon als die große Hure beschrieben, deren Sünden sich auftürmten bis in den Himmel und die Gott, weil ihre Geschäftsleute auf der ganzen Erde als die großen Herren auftraten, von einer Stunde auf die andere in die Tiefe geschleudert hat, so daß nichts mehr von ihr übrigblieb. Historisch gesehen wurde die Hauptstadt Babyloniens unter König Kyros II. von den Persern erobert, Großkönig Xerxes erst ließ den Turm zu Babel niederreißen und den Marduktempel verwüsten, so daß Alexander der Große, als er sie nach längerer Belagerung bezwang, nur noch Trümmer vorfand. Die babylonische Sprachverwirrung ist vermutlich kein Mythos, sondern eine wahre Begebenheit, die sich um den Vielvölkerstaat Babylonien drehte. Hier lebten neben den Babyloniern auch Assyrer, Elamiten, Chaldäer, Juden u.v.a., die sich vor allem in der Hauptstadt tummelten. Die Stadt galt mit ihren 200.000 Einwohnern als die damals größte der Welt. Um ihre gigantischen Bauwerke zu errichten, bedurfte es einer Menge von Arbeitskräften von überallher. Ganz klar hielten damit auch reiche Händler Einzug, und in ihrem Gefolge kamen die völlig Mittellosen aus der Wüste. Die Urform des Proletariats war entstanden. Seit den Anfängen der Ackerbaukultur im Fruchtbaren Halbmond konnten wesentlich mehr Menschen ernährt werden als bisher. Mit der wertevergessenen Vermischung und Verweichlichung durch das sich abzeichnende städtische Wohlleben, durch aufkommende Laster und Überfluß ging auch die zunehmende Schwächung jenes frühen Staatsgebildes einher, womit das Babylonische Reich am Ende dem Ansturm seiner Feinde nicht mehr gewachsen war. Hochkulturen sind also in keiner Weise vorbildhaft, denn die Prunkbauten und Paläste der Reichen waren seit jeher mit der Verelendung der Massen erkauft. Sobald nämlich der Mensch dem Müßiggang frönt und sich Wissenschaft, Künsten, Spiel und anderen Vergnügungen zuwendet, anstatt das Kriegshandwerk auszuüben, wird die Wehrhaftigkeit eines Volkes geschwächt, was schnell in Dekadenz und Lebensuntüchtigkeit umschlägt. Dieses Schicksal ist sowohl beispielhaft als auch wegweisend, was den modernen Vielvölkerstaat Europa betrifft, dem ein sehr ähnliches Ende bevorsteht. Wenn der Mensch nicht mehr um sein Überleben kämpfen muß, seine Heimat nicht mehr zu verteidigen braucht und auch gar nicht dazu gewillt ist, weil ihm der Sozialstaat alle Mühsal und alles Anstrengende abnimmt, und wenn Mitleid zur Tugend erklärt wird, siegt nicht die Hilfsbereitschaft, sondern der Verfall. Die Völkerverständigung ist also das Verkehrteste, was man in einer Verfassung verankern und wozu man ein Volk verführen kann, weil sie die nationale Zusammengehörigkeit schwächt und damit den Überlebenswillen aus dem Blickwinkel verdrängt. Wenn das Miteinander das Gegeneinander besiegt und die Vergesellschaftung die Selbstbestimmung ablöst, ist das Ende Babels nicht mehr weit. Denn Siegermächte waren niemals heterogen, ganz im Gegenteil, es waren stets die homogenen Völker, welche den Sieg errangen, weil sie sich sprachlich untereinander verstanden. Der Fehler, den freilich alle begingen, war die eheliche Verbindung mit den Überwundenen. Bestes Beispiel ist das Alexanderreich. Natürlich waren die Frauen des Besiegten stets auch Siegesbeute, aber die Tücke des Vorgangs lag darin, daß man sich durch Rekombination anstatt durch Selektion seinen Kuckuck selbst ins Nest setzte. Es müssen sich nämlich immer zwei Gleichartige miteinander paaren, damit ein noch Stärkerer entstehen kann. Ein Starker mit einem Schwachen gepaart führt bei den Nachkommen stets zu Verlusten. Daß diese Grundprinzipien der Evolution nicht mehr beachtet werden, sobald man ein leichtes Opfer gefunden hat, oder weil man seine Skrupel nicht mit dem christlichen Glauben vereinbaren kann, muß langfristig zum Untergang dessen führen, was von der Natur eigentlich beabsichtigt ist - ein Überleben der Besten. Nun kann man sich natürlich nicht mit einem Heiligenschein umgeben, indem man ein Experiment ohne bekannten Ausgang als das allein glückseligmachende preist, zumal dann nicht, wenn man selbst die sinnfälligsten Beispiele aus der Historie nicht als Mahnung und Warnung begreift. Ein Europa der Vielvölkerstaaten hat noch niemand ausprobiert. Wie also bitte kommt man zu der Ansicht, daß sich dahinter der Stein der Weisen verbirgt und alle Probleme damit gelöst sind?  Nicht ein einziges historisches Beispiel läßt sich anführen, das eine solche These untermauert. Der Sinnspruch "Gemeinsam sind wir stark" ist daher anders zu interpretieren, als die einfältige Lesart suggeriert. Es ist wissenschaftlich sicherlich nicht anzufechten, wenn man postuliert: "Nur geklont sind wir stark", und zwar, weil einer den andern ersetzen kann. Ein Klon ist allerdings kein Sammelsurium von irgendwas. Ein Billigdienstleister kann keinen Fachberater ersetzen. Die europäischen Wirtschaftsnationen haben sich ein Konzept ausgedacht, das nicht funktionieren kann, weil es auf unbegrenztes Wachstum ausgelegt ist, das es definitiv nicht geben kann. Ein System, das so konzipiert ist, benötigt immer weiteres Wachstum. Wenn es das gäbe, hätte auch der Turm zu Babel in den Himmel wachsen können. Wir wissen indes, warum es nicht geklappt hat. Es hätte zu seiner Realisierung immer mehr Menschen bedurft, weil die Ziegel immer weiter hinaufgetragen werden mußten. Weil man aber keine Arbeiter fand, holte man sie von immer weiter her, mit dem Ergebnis, daß es doch nicht die erwünschten waren, weil sie nicht die gleiche Sprache sprachen. Genauso verhält es sich mit den modernen Industriegesellschaften: Die Unternehmen finden nicht die Fachkräfte, die sie brauchen, daher kann der Turm auch niemals fertiggestellt werden. Der Fachkräftemangel läßt sich somit nicht durch Zuwanderung beheben, da man Menschen braucht, die die gleiche Sprache sprechen und die gewünschten Kenntnisse mitbringen. Diese findet man aber nicht unter den Wüstenbewohnern. Es funktioniert einfach nicht, wenn man auf Knopfdruck lauter hochbegabte Wissenschaftler produzieren möchte, die den begonnenen Turmbau der Künstlichen Intelligenz errichten sollen, da man doch genau sieht, woran es liegt, daß er nicht fertig werden wird. Wenn ein Volk per Gewalt nivelliert wird und wenn man alles unternimmt, um existierende Eliten genetisch auszulöschen, und die Entstehung neuer Eliten durch genetische Verwirbelung verhindert, darf man sich nicht wundern, wenn die Evolution Jahrmillionen braucht, um diese Defizite wieder aufzuholen und wettzumachen. Denn Intelligenz ist erblich, und schlechtere Gene bekommt man am ehesten dadurch, daß man sie mit noch schlechteren vermischt. Das ist der Grund, warum aus dem Turmbau zu Babel nichts werden kann, auch wenn man ganz oben in dem Turm, in seinem Allerheiligsten, wo die Hohenpriester, Magier und ihre Zauberlehrlinge sitzen, zu glauben scheint, man könne es den Alchemisten gleichtun und Kindern durch allerlei Hokuspokus Geistesblitze einhauchen, uneingedenk, daß die Bereitschaft, Wissen aufzunehmen und Unbeantwortetes zu hinterfragen, ebenfalls genetisch, und nicht umweltbedingt ist, und nicht mit noch soviel Wissensvermittlung erzwungen werden kann. Schade um die hohen Bildungsausgaben, die im nächsten Jahr noch weniger Früchte tragen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl

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Stand: 31. Dezember 2018

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