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Rassen sind ein Produkt des Klimas, der Nahrungsgrundlagen und der natürlichen Feinde einschließlich der in der jeweiligen Umwelt vorhandenen Krankheitserreger. Unter Rassengenese versteht man den dynamischen Prozeß der Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse innerhalb einer abgeschlossenen, durch geographische Grenzen voneinander geschiedenen Fortpflanzungsgemeinschaft. Rassengenese ist ebenso wie Artentstehung nur möglich aufgrund der Fähigkeit der Gene zur Mutation. Die jeweils optimale Anpassung wird durch anschließende Selektion erzielt, ihr Ergebnis stellt zugleich die stabilste Antwort auf den auslösenden Selektionsdruck dar. Rassengenese geht der Artentstehung stets voraus. Ändern sich die äußeren Verhältnisse nicht, bleiben auch die Rasseneigenschaften unverändert.

An der Out-of-Africa-Hypothese, wonach der moderne Mensch in Afrika entstanden ist, und nicht an vielen Orten der Welt gleichzeitig, gibt es heute kaum mehr ernstzunehmende Zweifel. Die enge Verwandtschaft zwischen Mensch und Schimpanse einerseits und Mensch und Gorilla andererseits läßt überdies auch gar keinen anderen Schluß zu, es sei denn, man nimmt an, diese beiden non-humanen Primaten hätte es auch außerhalb Afrikas gegeben. Daß der Neandertaler und der Homo sapiens gleichzeitig gelebt haben, und nicht der eine aus dem anderen hervorgegangen ist, ist heute eine ebenso unbestrittene Tatsache wie, daß nicht eine neue Art an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig entstanden sein kann, was beinah ebenso unwahrscheinlich wäre wie die Entstehung des Lebens selbst. Wir dürfen daher fast sicher sein, daß der in Äthiopien lebende Homo sapiens idaltru, der noch keinerlei Werkzeuge zu benutzen wußte, ebenso wie alle seine Vorgänger nicht unser direkter Vorfahre ist. Er kann gleichsam nur als Zwischenprodukt angesehen werden zwischen dem Homo erectus und dem Homo sapiens sapiens. Wenn wir also über die Entstehung von Menschenrassen reden, dann dürfen wir keinesfalls, auch nicht im entferntesten, annehmen, daß diese von früheren Vertretern der Hominidenevolution herrühren könnten, da alle Menschenrassen sich ausschließlich aus dem heute lebenden Homo sapiens sapiens herleiten und sich erst in allerjüngster Zeit herausgebildet haben. Man kann also mit gutem Grund annehmen, daß es bis zu dieser durch Selektion und Isolation bedingten Aufspaltung einen relativ einheitlichen Grundtypus gegeben hat, der an überwiegend ähnliche Lebensräume und -bedingungen gekoppelt war, wie wir sie über lange Zeiträume in Afrika vorgefunden haben. Für die Rassengenese ist es daher völlig unerheblich, wo frühere Menschenformen wie etwa der Sinanthropus pekinensis oder der Homo heidelbergensis gelebt haben, sie alle stammen, wohin sie sich auch später verirrt haben mögen, ursprünglich aus Afrika. Dennoch kann der Entstehung des modernen Menschen durchaus ein Ort zugewiesen werden, an dem sich die Trennung und Aufspaltung in Rassen, d.h. in sich im Erbanlagenbestand unterscheidende Fortpflanzungsgemeinschaften, vollzogen hat. Dieser Ort, welchen man als die Geburtsstätte und Wiege aller heute lebenden Menschen bezeichnen kann, befindet sich, nach der Verteilung der verschiedenen Blutgruppensysteme zu urteilen, in Indochina, Australien und auf Neu-Guinea, d.h. im Bereich des heutigen Sunda-Schelfs, welches früher, zu Zeiten vorausgegangener Kälteperioden, eine große einheitliche Landmasse bildete – Sundaland. Zahlreiche Allele, die dem Homo sapiens praesapiens zuzuordnen sind, d.h. solche, mit denen der Mensch bereits ausgestattet war, ehe er zum Homo sapiens sapiens wurde, erreichen im australo-melanesischen Raum ein globales Maximum, da die dort lebenden Europiden augenscheinlich zu den jüngsten weltweit gehören. Es handelt sich um die sogenannten Alteuropiden, die das vormalige Aussehen unserer heutigen Europäer noch am meisten bewahrt haben, die Ureinwohner Papua-Neuguineas und die australischen Aborigines, aber auch die in den Wäldern Borneos lebenden Negritos zählen zu ihnen, alles noch in wildbeuterischer Weise lebende Beharrungsgruppen, die sich der fortschrittlicheren Bodenbewirtschaftung nicht anpassen wollten. Sie stellen sozusagen den Rest derer dar, die vom australo-melanesischen Raum nach Asien und von dort weiter nach Europa, Afrika und Amerika aufbrachen, um dem wachsenden Bevölkerungsdruck nachzugeben bzw. neue Nahrungsgrundlagen zu erschließen. Wie sie im Verlaufe vieler Jahrtausende nach Südostasien gekommen sind, erklärt sich aus den völlig unterschiedlichen geographischen Gegebenheiten, die damals auf der Erde herrschten. Afrika war im Gegensatz zu heute durch eine erheblich breitere Landbrücke mit der Arabischen Halbinsel verbunden, das Rote Meer war damals noch ein Binnensee, die Sahara und die Rub al-Khali gab es als Wüsten nicht, und auch der Persische Golf war trockengefallen, so daß ein ungehinderter Übergang von Äthiopien über Indien und von dort weiter nach Indonesien bis Neu-Guinea möglich war. Da die Menschen noch nicht gelernt hatten, sich gegen Raubtiere zur Wehr zu setzen, mußten sie längs der Küstenlinien gewandert sein, da Tiere bekanntlich das Wasser scheuen. Nur so konnten sie dem Säbelzahntiger und der Riesenhyäne, die ihre ärgsten Feinde waren, durch einen Sprung ins rettende Naß entkommen. Vermutlich hatte der Vormensch, als er sich in diesem Stadium befand, noch nicht gelernt, sich zu seinem Schutz in Höhlen zurückzuziehen. Aber auch wenn er es gekonnt hätte, so wären diese Höhlen entlang den Steilküsten heute allesamt vom Meer überspült, und das mag einer der Gründe sein, warum wir aus diesem Abschnitt der Menschheitsgeschichte so wenige Funde besitzen. Die Lebensräume und -bedingungen zwischen Afrika und Australien müssen damals klimatisch wie ökologisch für den Präsapiens annähernd identisch gewesen sein, so daß auf diesem ersten Abschnitt seiner Wanderungsbewegung gar kein unterschiedlicher Selektionsdruck geherrscht haben kann, der eine Rassenbildung hätte einleiten können. Der Mensch jener Tage hatte wahrscheinlich noch große Ähnlichkeit mit dem Schimpansen, er war lediglich etwas hochgewachsener als dieser, hatte aber noch die ausgeprägte Vorkiefrigkeit, welche uns noch heute bei den Malaien auffällt. In der Tat dürfte es sich bei den Protomalaien um die erste greifbare Rasse handeln, aus der später die mongolide Rasse hervorgegangen ist, bei welcher die genetische Reinheit, insbesondere bei ihren indianiden Ablegern, noch am ausgeprägtesten ist. Die kennzeichnende Mongolenfalte ist ein relativ junges Produkt der Evolution. Der Blendwirkung der tiefstehenden Sonne in den ariden Hochlagen ist es zuzuschreiben, daß dort die doppelte Augenlidfalte dem Menschen zu einem selektiven Vorteil gereichte. Sie tritt auf, nachdem eine Gruppe von Protomalaien sich durch die Flußsysteme Indochinas an den Ostabhängen des Himalaja entlang ins Turanbecken vorgearbeitet hatte, wo aus ihnen die späteren Turaniden entstanden, von denen sich alle weiteren, nicht malaiischen Völker der mongoliden Rasse herleiten. Ein anderer Teil der Protomalaien war nicht dem Weg ins Gebirge gefolgt, sondern verblieb in den feuchten Niederungen der Regenwälder Indochinas. Für jene Übergangsrasse war die Nase als Geruchsorgan zunehmend wichtiger geworden, da ihre Träger mangels Eßbarem vermutlich zu Fleischfressern mutiert waren. Die größere Nase, die der Nasenschleimhaut eine größere Angriffsfläche bietet, war für den Menschen überlebensnotwendig geworden, um ihn vor dem Verzehr verdorbenen Fleisches zu schützen. Bis dahin hatte sich der Mensch wohl ausschließlich von Pflanzen ernährt, wie auch Gorillas und andere non-humane Primaten reine Pflanzenfresser sind. Jene jüngere Rasse nennt man daher die negride, und sie leitet bereits auf die Alteuropiden Indochinas über, die Papua auf Neu-Guinea und die australischen Ureinwohner. Aus ihnen gingen schließlich die Weddiden Indiens hervor, die unmittelbaren Vorfahren sämtlicher Indoeuropäer.

Als der primitive Mensch Indochina verließ, hatte er bereits gelernt, einfache Faustkeile und andere primitive Hilfsmittel zu seinem Überleben zu fertigen, hier erst war er zum eigentlichen Homo sapiens sapiens geworden. Er verstand es jetzt, einfache Boote oder Flöße zu bauen, mit denen er nach Australien übersetzen konnte. Noch waren aber seine Beine das bevorzugte Mittel, um sich durch schnelle Flucht seinen zahlreichen Feinden zu entziehen. Aufgrund des beträchtlichen Schweißes, den er dabei vergoß, war ihm sein Haarkleid für die Wärmeabgabe eher hinderlich als nützlich, so daß er es ganzkörperlich nach und nach ablegte, bis auf ausgewählte Stellen, wo es ihm noch zum Vorteil gereichte, beispielsweise auf dem Kopf und im Schambereich. Der Homo sapiens sapiens dürfte also Südostasien bereits als „nackter Affe“ verlassen haben. Auch die Kopfform des Frühmenschen hatte sich seiner neuen Lebensweise angepaßt, sie war länglich geworden und bot so bei gleichzeitiger Zunahme des Gehirns eine größere Verdunstungsfläche. Schließlich war seine Statur höher geworden, die Länge der Beine hatte zugenommen, denn lange Beine sind auf der Flucht von Vorteil.

Von Indochina aus breitete sich der damalige Mensch auf mehreren Wegen über die gesamte bewohnbare Erde aus. Wäre dem nicht so gewesen, hätten sich vermutlich niemals Rassen ausgebildet. Die späteren Negriden, damals noch durchgängig Khoisanide, hatten den einfachsten Weg genommen, sie kehrten zurück, wie sie gekommen waren, immer in gleicher geographischer Breite, immer ungeschützt der Sonne ausgesetzt und immer auf der Flucht. Ihr Schädel nahm daher an Länge zu, ihre Behaarung blieb schwach, die Pigmentierung erreichte ein Maximum an Dunkelfärbung. Vermutlich sind die Negriden noch vor den Weißen in ihrer neuen Heimat angekommen, jedenfalls müssen sie über die Arabische Halbinsel zurück nach Afrika gelangt sein. Manche Blutgene, beispielsweise der afrikanische Rhesusfaktor, kommen signifikant nur in Australien und nur in Afrika vor, was den Beweis für diese Hypothese erhärten dürfte. Als die Sahara später zur Wüste wurde, wurden die dort lebenden Menschen geographisch vollkommen isoliert. Die noch bedeutend älteren Europiden zogen anfangs mit ihnen westwärts, aber sie wählten einen mehr nördlichen Weg, an den Abhängen des Himalaja entlang, über Indien und das Hochland von Iran in Richtung Kaukasus. In Indien löste sich ein Teil der Altschicht ab, die Weddiden ergriffen Besitz von Indien und verblieben dort. Die, die weiterzogen, stiegen übers Gebirge, das ihnen den Weg versperrte, und als die es überquert hatten, kamen sie hinab in die Gebiete des Aral-Sees und des Schwarzen Meeres. Sie waren die Vorfahren der späteren Steppenvölker, die zuerst das Pferd domestizierten. Über die Steppe breiteten sie sich als Turkvölker bis zum Altaigebirge aus und von dort weiter bis nach Sibirien. Über eine Landbrücke waren sie von Sachalin auf die nördliche Insel Japans gelangt. Letzte Reste an Alteuropiden finden wir unter den dortigen Ainuiden, die sich schon bald durch die erstarkende mongolide Rasse in die Defensive gedrängt sahen. Die richtiggehende Weißfärbung der Haut trat aber bei den Europiden vermutlich erst ein, nachdem sie den Kaukasus überquert hatten und in die nebelreichen Waldgebiete des heutigen Europas gelangt waren. Sie hatten gelernt, in Höhlen vor wilden Tieren Zuflucht zu suchen und wie man sich mit Speeren und Feuer gegen sie verteidigte. Bei einem Teil von ihnen blieb die Kopfform schmal und länglich, weil diese mehr auf der Flucht waren, anstatt sich zu wehren. Es waren dies die Leute von Combe Capelle. Ein anderer Typ war eher breitschädelig, sein Skelett war grobschlächtiger, weil er offenbar übers Gebirge gekommen war und in seinen Überlebenstechniken ausgefeilter war. Dies war der Mensch von Cromagnon.

Doch dann gab es noch andere, die nicht gen Westen strebten, sondern die es wieder zurück nach Osten verschlug. Bis zum Himalaja hatten sie die Europiden begleitet bzw. waren ihnen auf dem Fuße gefolgt, bis sie sich schließlich von ihnen trennten, das Gebirge zu umgehen versuchten oder an seiner schmalsten Stelle überstiegen, den Weg über Afghanistan hinab ins noch menschenleere Turan-Becken einschlugen, wo sie sich mit den Turaniden vermischten, so daß aus ihnen die Eskimiden und späteren Indianiden hervorgingen. In den arktischen Gebieten war die längliche Kopfform nicht mehr nützlich, vermutlich, weil es dort auch wesentlich weniger wilde Tiere gab, die dem Menschen gefährlich werden konnten. Der Schädel derer, die in die Kälte kamen, verrundete. Auch die Slawen, Nachfahren der ehemaligen Skythen (die Endung -sky vieler slawischer Namen weist noch darauf hin), weisen eher runde Kopfformen auf, was nicht zuletzt durch ihre hauptsächliche Lebensweise auf Pferdesrücken bedingt war. Die Kugelform stellt bekanntlich den optimalen Kompromiß zwischen Oberfläche und Volumen dar, wenn es um die Verhinderung von Wärmeverlusten geht, was unter jenen klimatischen Bedingungen die weitaus beste Lösung für den körpereigenen Temperaturhaushalt ist. So, wie der Schädel aufgrund der extremen Kälte, welche in jenen Klimaten vorherrschte, verrundete, wurde durch mangelnde Bewegung auch ihr Längenwachstum gebremst. Die mongolide Rasse war von Südostasien aus nicht längs der Pazifikküste in ihre heutigen Wohnsitze gelangt, sondern hatte sich als letzte der drei Großrassen ihren Weg von Nordwesten her in ihre heutigen Siedlungsgebiete am Gelben Fluß und am Jangtse Kiang gebahnt, da die großen Flußsysteme Indochinas dem Vordringen des frühen Menschen vermutlich erheblichen Widerstand entgegensetzten. Während sich ein Teil nach Süden wandte, wählte der andere den Weg nach Norden über die damals trockengefallene Beringstraße oder aber über die während der Eiszeit zugefrorenen Eisbrücken nach Alaska. An der Verteilung der Blutgruppensysteme kann man erkennen, daß die Besiedlung Amerikas in zwei (zeitlich auseinanderliegenden) Wellen erfolgte.

Relativ spät erst setzt die Besiedlung des Pazifiks ein, früh genug jedoch, um die Polynesier nicht zur mongoliden Rasse zählen zu müssen, wenngleich auch solche Elemente bei ihnen durchaus vorhanden sind. Bei ihnen ist Palämongolides mit Europidem zu einer Einheit verschmolzen, in der das Europide eindeutig überwiegt. Nur durch ihre herausragenden nautischen Leistungen war ihnen mit Hilfe ihrer metallosen Auslegerboote eine Besiedlung des überaus weitläufigen Archipels Ozeaniens überhaupt möglich. Die Kultur der Osterinseln knüpft unmittelbar an die Weddiden-Kultur von Mohenjo-Daro an.

Einige Besonderheiten bei der Ausbreitung des Homo sapiens über die gesamten Erdteile müssen aber noch erwähnt werden. Bei nahezu allen Rassen gibt es Beispiele für scheinbar abweichende und nicht in ein Schema passende Rassenmerkmale, das sind zum einen die wenig ausgeprägten Geschlechtsunterschiede und zum andern der auffällige Minderwuchs, etwa bei den Pygmäen Zentralafrikas. Gerade bei Beharrungsgruppen treten Infantilismus und Zwergwuchs auffallend häufig gemeinsam in Erscheinung, etwa bei den Aëtiden auf den Philippinen und den Andamanesiden Südostasiens, die sich ja alle ebenfalls von einer Grundrasse herleiten müssen. Es scheint, als hätten diese ihre Wandertätigkeit schon frühzeitig aufgegeben und sich in Gebiete zurückgezogen, wo sie sich als geschlossene Rückzugsminderheiten behaupten konnten. Zum Beweis dieser These mag angeführt werden, daß bei den Andamanesen der Anteil der älteren Blutgruppe A im Vergleich zu all ihren Nachbarn deutlich höher liegt. Das könnte der Grund dafür sein, warum sie, ohne die Spezialisierung der anderen Rassen erlangt zu haben, in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind. Gerade diese Unspezialisiertheit des Menschen ist es aber und seine Ausrichtung sowohl auf tierische wie pflanzliche Nahrung, die ihm in den unterschiedlichsten Klimaten und Ökosystemen ein breites Überlebensspektrum sichert.

Einen anschaulichen Beweis für die Richtigkeit dieser „Ausbreitungstheorie“ liefern die Blutgruppensysteme, etwa der genetische Polymorphismus der Glyoxalase, für den keine Selektionsfaktoren bekannt sind. Die niedrigsten Frequenzen nimmt das ältere Präsapiensallel GLO1*2 in Europa an, gefolgt von Afrika, Asien und Ozeanien, genauso, wie es die Abstufung des Rassenalters vorhersagt.

 

 

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