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Afrika, rassengeschichtlich

Funde des fossilen Homo sapiens setzen in Afrika erst relativ spät ein und stammen aus der zweiten Hälfte des Jungpaläolithikums, das zeitlich parallel läuft mit dem oberen Pleistozän d.h. der Würmeiszeit, die etwa 100.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung beginnt. Der älteste bekannte Fundort ist Oldoway in Ostafrika; es handelt sich hierbei um Menschen großwüchsig-schlanken Typs: hoher schmaler Langkopf, schmales Gesicht, geringe Vorkiefrigkeit, Formzüge ähnlich Combe Capelle. Etwas jünger als Oldoway datiert der Fund von Naivasha (Kenia), ein gleichfalls langköpfiger europider Combe-Capelle-Typ. Noch jünger und ebenfalls aus dem oberen Pleistozän ist der Schädelrest von Florisbad (Südafrika): flachgewölbte Langform, fliehende Stirn, kräftig entwickelte Überaugenregion, niedrige Augenhöhlen, Vorkiefrigkeit, Repräsentant früher Altschicht des Homo sapiens, nichts Neandertalides, Formparallelen zu Australiden. (Der Begriff Altschicht wurde von den Anthropologen etwas unglücklich gewählt, da die Altschicht phylogenetisch jünger ist als die jeweils ausdifferenzierte Rasse. Ein primitives Aussehen ist eben gerade kein Garant für ein hohes Rassenalter.) Ebenfalls australiform, ähnlich Florisbad, sind die Individuen von Cape Flats (Südafrika), die aus dem oberen Pleistozän stammen. Möglicherweise bereits hinein ins Mesolithikum reicht der Fund von Border Cave (Südafrika): großmaßiger, relativ breiter Langkopf mit kräftiger Überaugenregion, breiter, fliehender Stirn, flacher Schädelwölbung. Nach Langknochenresten ist auf große Körperhöhe zu schließen. Auch dieser Typ zählt noch zur australiformen Altschicht Südafrikas (Florisbad), wenngleich er zeitlich bereits an die mesolithische Boskopgruppe heranrückt. Da die jüngeren Funde alle aus Südafrika stammen, muß Nordafrika früher besiedelt gewesen sein, d.h. der fossile Homo sapiens muß von Asien kommend nach Afrika eingewandert sein. Das zeigt eindrucksvoll auch das australide Formgut jener Funde. Im gesamten afrikanischen Paläolithikum sind insbesondere die Negriden nicht zu fassen, noch nicht einmal in ihrer Vorform. Die Verbreitung der kulturellen Hinterlassenschaft unterstreicht dabei das weitaus größere einstige Siedlungsgebiet der Europiden, speziell der Cromagniden.

Reich an Funden ist das afrikanische Mesolithikum. Es beginnt vor etwa 10000 Jahren mit den Funden von Mechta el Arbi (Algerien). Reste von über 30 großwüchsigen Individuen mit breiten Langschädeln, breit-niedrigen Gesichtern von beinah viereckigem Umriß, bedingt durch große Kieferwinkelbreite, stellen eine Extremvariante des Cromagnontyps dar. Ebenfalls zu den Cromagniformen, möglicherweise aber auch als Frühform der Mediterraniden anzusprechen, gehört der Vertreter von Ain Meterchem (Tunis). Des weiteren stellen die 50 Individuen von Afalou Bou Rhummel (Algerien), eine extrem groß-grobwüchsige Population, insgesamt breitschädligere Cromagnide dar, darunter einige mäßigere Kurzköpfe.

Nördlich des Nigerknies wurden bei Asselar mittelgroße bis große Skelette mit langen Schädeln, hochgewölbten breiten Gesichtern, Vorkiefrigkeit und vorgeschwungenen Jochbeinen gefunden, die trotz Anklängen an Negrides noch genügend Züge der weniger ausdifferenzierten Altschicht aufweisen. Zu Asselar zählt auch der oft schon als negroid bezeichnete Schädel von Singa (ägypt. Sudan).

Bei den 17 Bestattungen des mehr frühneolithisch als endmesolithisch einzustufenden Siedlungshügels von Khartoum (Oberägypten) überwiegt, wenngleich negroide Züge erwähnt werden, immer noch Europides, so daß diese besser mit älteren Europiden zu vergleichen sind. Auch die fossilierten, wohl mesolithischen Menschenreste von Ishango (Kongo, westlich des Albertsees) übermittelgroßer Körperhöhe mit massivem Unterkiefer und breiter Kinnpartie sind noch nicht als negrid anzusprechen, sondern der noch nicht voll ausdifferenzierten afrikanischen Altschicht des Homo sapiens zuzuweisen.

Bei den Resten von Elmenteita südlich des Nakurusees (Ostafrika), etwa 30 hochgewachsenen Individuen mit schmalen Langköpfen, schmal-hohen, nicht vorkiefrigen Gesichtern, handelt es sich um Europide, dazu tritt Altschicht auf. Das gleiche Typenbild wie Elmenteita lassen die 5 unter einem Felsendach gefundenen Individuen von Gambles Cave (Kenia) erkennen.

Der sehr fossilierte, leider nicht datierbare Schädelrest von Boskop (Transvaal) ist Rest einer mesolithischen Formgruppe mit großen, massiven aber niedrigen Langschädeln an der Grenze zu mittellang, die an das ältere Florisbad anknüpfen, aber auch den Cromagnonkreis repräsentieren. Die Funde eines weiteren Boskoptyps am Matjes River (Kapprovinz), unter einem Felsendach gefundene Reste von 18 Individuen, lassen eine Datierung sowohl ins Endpaläolithikum als auch ins Mesolithikum zu. In einer Höhle bei Fish Hoek (Kapstadt) konnten 3 weitere Individuen dem Boskoptyp zugeordnet werden. Nicht sicher datiert werden hingegen konnte der Boskoptyp von Springbock Flats (Zentraltransvaal). Mesolithisch oder später erscheinen die Reste von 8 Individuen des Boskoptyps von Zitzikama, der das Entwicklungsstadium des Buschmanns gerade überschritten haben dürfte.

Die Reihenfolge der Besiedlung Afrikas hat man sich danach wie folgt vorzustellen: Zuerst tauchten in Ostafrika die Combe-Capelle-Typen von Oldoway und Naivasha auf. Aus ihnen gingen die Vorfahren der heutigen Weißafrikaner hervor, die Mediterraniden, Orientaliden und Berberiden. Nach ihnen kamen die Leute von Florisbad, Cape Flats und Border Cave, die den cromagniden Formkreis Afrikas repräsentieren. Auch mit der sogenannten Mechtarasse, die sich in den Funden von Mechta el Arbi und  Afalou Bou Rhummel niederschlägt, ist das Entwicklungsstadium des Negriden bereits überschritten. Erste Anklänge an Negrides weisen die Funde von Asselar, Singa und Khartoum auf, wenngleich auch bei ihnen das Europide bereits überwiegt. Erst die jüngeren Funde von Elmenteita und Gambles Cave können in die Nähe der dunklen Europiden dieses Raums (Äthiopide) gerückt werden, auf die zeitlich die Bambutiden, Negriden und zuletzt die Khoisaniden mit ihren stark australiformen Anklängen folgen, die Vertreter der afrikanischen Altschicht. Jene besiedelten das saharische Nordafrika bis zum Rande der Hylaea, während die Khoisaniden (Buschmänner und Hottentotten) bis in den Süden Afrikas vordrangen. Die durch die von Westafrika eingewanderten Bantu-Stämme allmählich in den für den Feldbau ungeeigneten Südwesten Afrikas abgedrängten Khoisaniden waren ehemals über einen weitaus größeren Teil Afrikas verbreitet, wie die mit ihnen sprachverwandten, in Nordtansania lebenden Hazda, Sandawe und Kwadi beweisen. Während die Bantu bereits den Feldbau und die Metallverarbeitung kannten, lebten die Khoi khoi und die San (Buschmänner) weiterhin als Jäger und Sammler. Sie hatten also die Kulturstufe der Negriden noch nicht erreicht und müssen daher phylogenetisch jünger sein als diese. Die kulturellen Zeugnisse in Südafrika können daher kaum von den Khoisaniden herrühren, sondern müssen von Menschen cromagniformen Typs hinterlassen worden sein, wofür wir als Beweis nur den mesolithischen Boskoptyp annehmen können.

Grundsätzlich haben ältere Rassen mehr Fortpflanzungszyklen durchlaufen und unterscheiden sich daher in Physiognomie, Konstitution und Gesichtsausdruck stärker vom Schimpansen. Der Khoisanide ist dem Mongoliden ähnlicher als dem Negriden. Er ist klein, hat eine deutlich hellere, gelblich-braune Hautfarbe und besitzt die doppelte Lidfalte ebenso wie der Mongolide. Es gab daher schon Versuche, ihn unter diese Rasse einzuordnen. Was ihn indes mehr in die Nähe zum Negriden rückt, ist das büschelweise Wachstum  seines Haares. Eine Besonderheit der Hottentotten ist die Senkrechtstellung des Penis beim Mann sowie die Achselständigkeit der Brust bei der Frau, welche Eigenschaften erst in jüngster Zeit erworben worden sein können, da sie bei den älteren Negriden noch nicht vorhanden sind. Beim Fettsteiß hingegen handelt es sich um ein altes, schon länger vorhandenes Merkmal.

Während also die Khoisaniden die Kontaktrasse des Negriden zum Mongoliden darstellen, bilden die Pygmäen das Bindeglied zum Alteuropiden. Die Kontaktrasse zwischen Negriden und Europiden wiederum sind die sogenannten Nilotiden. Das tropische Afrika stellt rassengeschichtlich die Verbindung her zwischen der älteren europiden Rasse und der jüngeren mongoliden.

Der sprachlichen Gliederung folgend können wir vier größere Rassenkreise ausmachen. Im Norden werden die heute afroasiatisch, früher hamito-semitisch genannten Sprachen bis einschließlich der Sahara gesprochen. Sie charakterisieren das sogenannte Weiße Afrika, also Nordafrika sowie Nordostafrika. Ihre Angehörigen sind Berber, Araber und Ägypter, aber auch Völker des Sudan, Niger und Tschad sowie Nigerias gehören dazu. Sodann werden kuschitische und omotische Sprachen von Völkern Äthiopiens, Eritreas, Somalias, Kenias und Ugandas gesprochen, die ebenfalls zu dieser Sprachfamilie zählen. Ohne Zweifel haben sich Völker der Arabischen Halbinsel mit denen Schwarzafrikas vermischt und deren Sprache übernommen. Selbst das Haussa, die Lingua franca dieses in Nigeria lebenden, selbst nichts produzierenden Volkes, läßt sich aufgrund der weitläufigen Handelsbeziehungen mit den Arabern erklären.

Sprachlich deutlich davon abgesetzt sind die nilo-saharanischen Sprachen, die sich in ihrem Kern aus den ost- und zentralsudanischen sowie den nilotischen und nubischen Sprachen zusammensetzen. Völker, die nilo-saharanische Sprachen sprechen, können aber nur als Kontaktrasse zwischen Europiden und Negriden verstanden werden, da sie nahezu ringförmig von afroasiatischen Sprachen sowie im Süden von Bantu-Sprachen umgeben sind. Die Bantu-Stämme sind aber erst zwischen 1000-500 v. Chr. von Westafrika aus nach Süden vorgestoßen, in ein Gebiet, das ursprünglich von Khoisaniden bevölkert war. Somit verbleibt nur ein schmaler Regenwaldstreifen für den Kontakt zu Völkern, welche Niger-Kongo-Sprachen sprechen, aber genau in jenem Anschlußstück werden die sogenannten Adamawa-Ubangi-Sprachen gesprochen, also solche, wie wir sie auch bei den Bambutiden (Pygmäen) finden. Letztere sind schon äußerlich durch ihre extrem breite Nase mit den westlichen Negriden enger verwandt als mit den südlichen Khoisaniden. Wir können, da wir die Khoisaniden und Bambutiden nicht zur negriden Rasse rechnen dürfen, daraus nur folgern, daß es den negriden Menschen im Süden wie auch im Osten Afrikas vor 3000 Jahren noch nicht gegeben hat.

Bantu und Niloten sind genetisch wiederum enger miteinander verwandt als Äthiopide und Buschmänner. Einige Gruppen des Nilosaharanischen deuten auf eine entfernte Verwandtschaft mit dem Niger-Kongo hin. Insbesondere das als nilo-saharanisch klassifizierte Songhai, eine Enklave in Mali, weist einige Ähnlichkeiten mit den Mande-Sprachen auf, einem der Primärzweige des Niger-Kongo. Auch das Kordofanische hat sich früh vom Niger-Kongo abgespalten. Beachtenswert ist dies deswegen, weil jene Sprache in den Nuba-Bergen im Nordsudan gesprochen wird, also inmitten des nilo-saharanischen Sprachgebiets. Wir kommen also kaum umhin, diese beiden großen afrikanischen Sprachgruppen der West- und Ostsahara in einen engeren Zusammenhang rücken zu müssen.

Die Sprache der Khoisaniden wiederum ist mit der australischen Sprache verwandt. Es handelt sich hierbei um eine Klicklaut- und Pfeiftonsprache, welche Tierlaute nachahmt. Schnalzlaute treten außerdem noch bei einigen Bantu-Völkern auf, die aber in einem langen kulturellen Kontakt mit Khoisan-Völkern standen. Die einzige nichtafrikanische Sprache, von der man weiß, daß sie Klicks regulär benutzte, ist Demiin, eine alternative Sprachkodierung, die von Sprechern des Lardil, einer australischen Sprache, in einer Art Sprachspiel verwendet wurde. Diese Sprache ist mittlerweile leider ausgestorben. Auf jeden Fall scheint jene Art zu sprechen, was heutzutage sinnigerweise nur noch die wildbeuterisch lebenden Jägergruppen können, die erste Form eines notwendigen Sich-verständigen-müssens zu sein, da die frühe Jagd allein meist nicht ausgeübt werden konnte. Die Jäger der Khoisan im südlichen Afrika erlegen noch heute schnelle Huftiere wie Zebras oder Steinböcke ganz ohne Waffen, indem sie so lange hinter ihnen herlaufen, bis sie entkräftet zusammenbrechen. Die noch waffenlose Ausdauerjagd scheint die älteste Form der menschlichen Jagd überhaupt zu sein. Sie beruht auf der fast allen Säugetieren überlegenen Ausdauer des Menschen beim Laufen.

Auch die Aborigines in Australien, die wir als Nachfahren einer der ersten Gruppen des modernen Menschen erkannt haben, jagen auf diese traditionelle Weise Kängurus, was einmal mehr auf den genetischen Zusammenhang zwischen Afrika und Australien hinweist. Ähnlichkeiten in der Ausbildung von Pigmentierung, Haarform und -stellung, Lippenbildung u.a. bei der dunkelfarbigen Altschicht des asiatischen Tropengürtels bis Neuguinea/Australien können rassengeschichtlich gar nicht anders als in einem direkten Zusammenhang gesehen werden und dürfen nicht einfach unter dem Gesichtspunkt einer überaus weiten Verbreitung solcher Bildungen mit einer erneuten Häufung jener Merkmale in Afrika verstanden werden. Eine konvergente, aber unabhängige Entwicklung dieser Merkmale über klimatisch gerichtete Selektion aus dem allgemeinen, ungerichteten Mutationsangebot an zwei verschiedenen, weit auseinanderliegenden Orten wäre nur dann gleich wahrscheinlich, wenn man annimmt, daß beide Populationen gleich alt sind. Geht man jedoch von einem unterschiedlichen Rassenalter aus, ist die Zurückführung dieser Merkmale auf ein einheitliches Genzentrum mit einer größeren Wahrscheinlichkeit behaftet, und damit nicht bloß hypothetisch. Eine angeblich schon langdauernde geographische Isolierung Afrikas geht mit der Wüstenbildung der Sahara einher und kann daher kaum weiter zurückliegen als das Ende der letzten Eiszeit vor 10000 Jahren. Die ältesten Altschichtfunde des Homo sapiens in Afrika datieren aber ins späte Jungpaläolithikum, wenn nicht gar ins Mesolithikum, sind also nicht älter als 20000 Jahre. Wenn man davon ausgeht, daß die Dunkelpigmentierung in Afrika ein Ergebnis der Wüstenbildung ist, so währt die Isolation Schwarzafrikas gerade einmal 10000 Jahre. Das gesamte faßbare Merkmalskombinat kann also in dieser vergleichsweise kurzen Zeitspanne kaum an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig entstanden sein. Zusätzlich hat sich herausgestellt, daß das Mutationsangebot keineswegs ungerichtet ist. Selektion wirkt stets nur auf den Phänotyp, so daß sich mit jeder neuen Generation ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Phänotypen einstellt: Homozygote nehmen zu, Heterozygote sterben aus. Das erklärt, warum sich bei den Allelfrequenzverteilungen der Blutgruppensysteme eine Gradientenbildung feststellen läßt, d.h. eine Zu- oder Abnahme in Richtung der Wanderungsbewegung, die sich nur im Rassenalter manifestieren kann. Phänotypenselektion heißt, daß bestimmte Phänotypen bei älteren Rassen häufiger auftreten, weil diese mehr Evolutionszyklen durchlaufen haben, d.h. mehr  Generationen zu ihrem Entstehen nötig waren. Daher sind Rassen, die noch auf einer primitiveren Kulturstufe stehen, in der Tat jünger, auch wenn ihr Erscheinungsbild etwas Gegenteiliges suggeriert.

Wir dürfen also für Afrika annehmen, daß die Khoisaniden die jüngste nachweisbare Gruppe dort sind, zumal die älteren Negriden dieses Entwicklungsstadium schon lange hinter sich gebracht haben. Letztere können also zeitlich nur zwischen den übermittelgroßen Europiden und der kleinwüchsigen Altschicht aus Pygmäen und Buschmännern eingeordnet werden. Die geringe Körperhöhe, die krause Haarform, die wulstigen Lippen und breiten Nasen sind phylogenetisch relativ junge Merkmalsausprägungen, weil sie einen primitiveren Entwicklungsstand repräsentieren, nämlich den des Pflanzenfressers. Lange Zeit konnten die Anthropologen den Entstehungsraum der negriden Rasse nicht herausfinden, weil sie sich über deren kennzeichnende Rassenmerkmale nicht im klaren waren. Diese sind die ausgeprägte Vorkiefrigkeit und die wulstigen Lippen, Merkmale also, wie sie auch unser nächster Verwandter, der Schimpanse, besitzt. Während für Fleischfresser eher ein schmales Gebiß mit hoher Beißkraft von Vorteil ist, verhält es sich bei Pflanzenfressern genau umgekehrt; für sie ist ein breites Gebiß wegen der größeren Mahl- und Kaufläche vorteilhafter, zumal pflanzliche Nahrung pro Gewichtseinheit weniger Kalorien enthält und damit in größeren Mengen zugeführt werden muß, um den gleichen Nährwert zu erzielen. Die Vorkiefrigkeit kommt diesem Bedürfnis weitaus besser entgegen als es beim Rückbeißer der Fall ist. Wulstige Lippen können wegen ihrer größeren Oberfläche eine weitaus bessere Saugwirkung entfalten. Nach dem Gesetz von Bernoulli kann flüssige Nahrung durch die bessere Rüsselwirkung des Mundes mit weitaus größerer Geschwindigkeit zugeführt werden, was in der Evolution der Primaten von Vorteil gewesen sein muß. Gerade im Bereich der Hylaea, der tropischen Regenwaldzone, beobachten wir eine Reichhaltigkeit an saftigen und kalorienreichen Früchten, die der Menschheit schon sehr früh als Nahrungsgrundlage gedient haben müssen. Nun wunderten sich die Anthropologen, daß ihnen aus dem Bereich der Hylaea keinerlei Skelettfunde vorlägen, aber auch hierfür gibt es schlüssige Gründe. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der schnellen Fäulnisbildung ist es im Regenwald kaum möglich, daß organische Rückstände lange Zeit überdauern. Wildes Getier, insbesondere Aasfresser, und zahlreiche Bakterienstämme sorgen zusätzlich dafür, daß verwesende Körper unverzüglich und restlos verwertet werden. Somit werden Altfunde der negriden Rasse wohl noch lange auf sich warten lassen, wenn man nicht zugeben möchte, daß ihr Ursprung in den tropischen Regenwäldern Westafrikas liegt, wohin sie von den Cromagniden, den europiden Afrikanern, die damals – wie aus den Felsbildern im Hoggar, Tassili und Akakusgebirge hervorgeht – die noch blühende Sahara und auch den Süden Afrikas beherrschten, abgedrängt wurde, ähnlich den Pygmäen, jedoch ohne deren Zwergwuchs zu teilen. Nicht umsonst sehen die Afrikaner selbst ihre Wiege im Adamawa-Gebirge stehen (benannt nach Adam, dem Stammvater der Menschheit, nach einer vielleicht nicht ganz ernstzunehmenden Anekdote).

 

 

 

 

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